Der Aufbau einer eigenen Website ist keine Raketenwissenschaft

Der ultimative Raketenbauplan für deine Website

Du denkst eine Website – nein, DEINE Website – zu erstellen gleicht einer Raketenwissenschaft? Da liegst du absolut falsch! Ich erkläre dir heute mal, wie du deine Website ganz alleine aufbauen kannst.

Und glaub mir, es ist ein absolut wunderbares Gefühl seine eigene Website online zu stellen. Ich dachte immer „Ich kann das nicht. Ich kann doch kein Stück programmieren“. Aber mittlerweile weiß ich

„Programmieren können ist nice-to-have, aber kein Muss für die eigene Website“.

Stein auf Stein – die Website wird bald fertig sein

Der erste Gedanke, der dir sicher kommt ist eine Website im BaukastenPrinzip. Dabei kannst du dir deine Seite per Drag and Drop ganz einfach so zusammenstellen wie es dir gefällt.

Klingt total super, oder? Auf den ersten Blick schon, aber…

Pro Contra
Einfache BedienungBeschränkte Design-Möglichkeiten und damit wenig Platz für kreative Ideen
Websites sind responsive Man MUSS mit den gegebenen Vorlagen arbeiten
Man muss sich nicht um die Technik kümmernSonderwünsche können oft nicht umgesetzt werden
Updates werden vom Anbieter gemachtDatenschutz KANN ein schwieriges Thema sein
 SEO-Faktoren können nicht umgesetzt werden

Es ist also nicht also nicht alles Gold, was glänzt.

Und wie sieht es mit den Kosten aus? Das ist so eine Sache. Für Baukästen zahlst du meist monatlich. Über die Jahre kann sich so ein stattliches Sümmchen ansammeln. Wie viel eine „Nicht-Baukasten“-Website zum Vergleich kostet, hängt davon ab, welche Funktionalitäten du brauchst.

Ich muss gestehen, dass ich kein Fan von Baukästen bin und dir diese Variante nur empfehlen kann, wenn du wirklich, WIRKLICH einfache Websites bauen willst.

T3n gibt hier übrigens eine gute Übersicht, welche Anbieter von Website-Baukästen es gibt.

Selbst eine Website bauen

Hilfeee! Das klingt total kompliziert. Tief durchatmen – ich sagte doch schon, dass es gar nicht so schwer ist. Im Prinzip musst du fünf Aspekte beachten:

  1. Mit welchem System willst arbeiten?
  2. Willst du selbst hosten?
  3. Was brauchst du für Inhalte?
  4. Wie soll die Website optisch aussehen?
  5. Wie können deine Inhalte verbreitet werden?

Gehen wir die einzelnen Punkte mal nach und nach durch.

Mit welchem System willst du arbeiten?

Ich brauche ein System?! Naja, brauchen tust du es nicht, aber glaub mir – du willst eins! Denn in einem so genannten Content-Management-System (CMS) kannst du wie der Name schon sagt alle deine Inhalte verwalten. Dazu gehören Bilder, Texte, vielleicht Videos.

Außerdem kannst du damit den Aufbau und das Design deiner Website gestalten.

Die bekanntesten Anbieter solcher CMS sind momentan WordPress, Typo3 und Contao.

Ich persönlich arbeite – wie die meisten Blogger – mit WordPress. WordPress ist aber nicht nur auf Blogs beschränkt, sondern du kannst damit auch die Website für dein Online-Business aufbauen

Wordpress Backend einer Website
WordPress Backend

Aber stopp! Noch nicht direkt loslaufen. Es gibt bei WordPress nämlich zwei verschiedene Varianten.

Variante A: Du meldest dich bei www.wordpress.com an

Damit wird deine Website bei WordPress gehostet und du befindest dich eher im Bereich der Website-Baukästen. Die günstigste Version ist kostenlos. Brauchst du mehr Funktionen, musst du dafür zahlen. Voll und ganz austoben kannst du dich dennoch nicht (siehe Contra Baukästen).

Variante B: Du meldest dich bei www.wordpress.org an

Hier hast du das eigentliche CMS. Und hurra!! Es ist komplett kostenlos. Du suchst einfach dein Theme aus und schon kannst du loslegen.

Naja okay, zugegeben – ganz so schnell geht es nicht. Denn bei dieser Variante musst du dich selbst um das Hosting deiner Website kümmern.

Selber hosten ist kein Hexenwerk

Sagt dir das Wort „Hosting“ etwas? Mir hat es am Anfang vor allem Angst gemacht. Klingt doch alles total technisch, oder?

Im Prinzip geht es beim Hosting um die Aufbewahrung deiner Daten. Ich möchte dir jetzt nicht erklären was genau passiert, wenn du eine Webseite aufrufst, deshalb nur so viel: Jedes Mal, wenn du eine URL eingibst und „Enter“ klickst, werden die von dir angeforderten Informationen von einem Server abgerufen, auf dem sie gespeichert sind. Und einen solchen Server brauchst du auch für deine Website.

Anbieter gibt es dabei wie Sand am Meer. Ich persönlich hoste meinen Blog bei webgo, habe aber auch von all-inkl und Raidboxes schon viel Gutes gehört. Wenn du unsicher bist, was du genau brauchst, wende dich doch an den Support der einzelnen Anbieter.

Übrigens, tief in die Tasche greifen musst du bei keinem der Dienstleister. Für ein paar Euro im Monat bist du dabei.

Worauf du auf jeden Fall achten solltest, ist ein SSL-Zertifikat. Damit bekommst du das grüne Schloss oben im Browser. Du kannst das Zertifikat auch so kaufen, aber es ist einfacher, wenn es schon dabei ist.

Das grüne Schloss steht für eine sichere Website
Das grüne Schloss steht für eine sichere Website

Wenn du dich für einen Hoster entschieden hast, kommt die nächste Entscheidung: Wie soll deine Website eigentlich heißen?

Deine Domain oder was kommt nach dem www.?

Wer die Wahl hat, hat ja bekanntlich auch die Qual. Deshalb drei Tipps, wie du den perfekten Namen und damit deine Domain findest.

  1. Der Name deines Unternehmens oder deiner Marke sollte darin vorkommen.
  2. Wenn möglich, solltest du einen Hinweis darauf geben, was für dein Unternehmen du hast (z.B. www.name-shk.de für einen Sanitär- und Heizungsbetrieb).
  3. Du musst dich mit der Domain wohlfühlen, denn ihr werdet erst einmal für längere Zeit ein Team sein.

Ob du nun Bindestriche zwischen verschiedene Wörter machst oder alles zusammenschreibst, ist dabei ganz dir überlassen. Es kann allerdings sehr ratsam sein, sich auch ähnliche Domains zu sichern. Also sollte sich unser Sanitär- und Heizungsbetrieb www.nameshk.de UND www.name-shk.com sichern. So kann sich niemand mehr eine Website mit ähnlichem Namen aufbauen, wodurch die Kunden im Zweifel bei der Konkurrenz landen würden.

Wichtig ist, dass die Domain noch frei ist. Da findest du aber in der Regel direkt auf der Seite vom Hoster heraus.

Wenn du weißt, was du willst, registrierst du dich bei deinem Webhoster (der übernimmt meistens auch die Anmeldung der Domain) und ZACK, schon kann es mit der Installation von WordPress losgehen.

Welche Inhalte auf keinen Fall fehlen dürfen

Perfekt, du hast dein Hosting geklärt und WordPress auf deinem Webspace installiert.

Was du auf deiner Website nun für Inhalte brauchst, hängt davon ab, was du damit erreichen willst. Erinnerst du dich, wir haben schon über das Thema Zieldefinition gesprochen.

Die Basics

  • Dienstleistung oder Produkt. Was bietest du eigentlich an?
  • Dein Unique Selling Point, also das, was dich ausmacht
  • Kontaktmöglichkeiten
    • Am besten mehrere Wege anbieten. Manche füllen gerne ein Formular aus, andere schreiben lieber eine Mail und wieder andere greifen am liebsten direkt zum Telefonhörer
  • Deine Öffnungs- oder Bürozeiten. So weiß dein Nutzer sofort, wann er dich erreichen kann
  • Wenn deine Kunden dich besuchen können, solltest du auch deine Adresse – besser noch eine Google Maps Karte einbinden. Für die Karten gibt es Plugins, die du nutzen kannst
  • Du oder Dein Team. Wer schreibt da eigentlich? Oder wer bietet diese Produkte an? Deine Nutzer wollen sehen, mit wem sie es zu tun haben. Fotos von dir (und deinem Team) machen deine Website persönlicher und helfen Beziehungen aufzubauen.
  • Referenzen. Du hast schon tolle Projekte durchgeführt? Dann erzähl deinen Nutzern davon. Diese sogenannten Trust Elements schaffen sofort Vertrauen – schließlich hat sich deine Arbeit schon bewährt.
  • Rechtliches. Impressum und Datenschutzerklärung sind fast immer Pflicht bei einer Website. Informiere dich am besten bei dem Anwalt deines Vertrauens, ob du sonst noch rechtliche Informationen brauchst und lass dir wasserdichte vorformulierte Erklärungen geben.

Wenn es ein bisschen mehr sein darf

Wenn du willst, dass deine Kunden sich zu deinem Newsletter, einer Demo-Version oder Ähnlichem anmelden, biete ihnen einen direkten Mehrwert, einen Lead Magnet. Beispiele für Lead Magnets sind Checklisten, EBooks oder Webinare. Hierbei kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Natürlich sind die bei den Inhalten keine Grenzen gesetzt. Du brauchst einen Blog? Dann mach einen Blog! Du brauchst einen Mitgliederbereich? Dann erstelle einen! Überlege aber vorher, ob du diese Seite wirklich brauchst. Deine Navigation sollte am Ende nicht mehr als sechs Punkte haben.

Eine Seite – ein Inhalt

Wichtig ist aber, dass jede Seite EIN konkretes Ziel hat. Beispiel: Auf der Produkt-/Dienstleistungsseite soll sich dein potentieller Kunde informieren und dich dann kontaktieren. Dazu muss er aber auch die Möglichkeit haben. Binde an der Stelle also unbedingt deine Kontaktinformationen ein.

Und weil Menschen nun einmal einfach von Natur aus faul sind, musst du deinen Nutzer am besten noch dazu auffordern dich auch zu kontaktieren. Das tut man in Form eines Call-to-Actions. Der kann entweder im Fließtext stehen oder als Button vom Text abgesetzt.

Das Design deiner Website

Auf diesen Punkt gehe ich nur ganz kurz ein, denn in einem meiner nächsten Posts werde ich dir hierzu mehr Details geben.

Wenn es um das Design geht, sind wir bei Themen wie Farbgestaltung, Schriftarten und Themes. Themes sind vorgefertigte Vorlagen, in die du deine Inhalte einbauen und nach deinen Wünschen verändern kannst.  Nur damit du davon schon einmal gehört hast.

Damit du dich nicht im Design-Dschungel verlierst, achte auf folgende Dinge:

  • Sorge für eine übersichtliche und klare Struktur
  • Graue Schrift auf grauem Hintergrund ist doof. Achte deshalb auf genug Kontrast zwischen Hintergrund und Text
  • Bleib bei deinen Unternehmensfarben, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen
  • Binde Bilder, Videos und andere multimediale Elemente mit ein
  • Lass die Seite einfach. Finger weg von übertriebenen Spielereien und Animationen
  • Denk daran, dass es auch eine mobile Version deiner Seite gibt

Mach dir am besten einfach mal eine Skizze, wie du dir deine Website vorstellst.

Skizze Website-Design
Eine Skizze kann hilfreich sein

Sharing is Caring

Ich liebe diesen Spruch und nutze ihn deshalb immer, wenn es geht. Und hier passt er wie die Faust auf’s Auge. Wenn du einen Nutzer auf deine Website bekommen hast, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht beim ersten Kontakt kaufen.

Gerade, wenn es um teure oder prestigereiche Produkte geht, wird er sich womöglich Feedback aus seinem Freundeskreis oder seiner Familie holen.

Gib ihm also die Möglichkeit, deine Seite leicht zu teilen. Das geht zum Beispiel über soziale Medien wie Facebook oder Messenger wie WhatsApp.

Wenn du einen Blog hast, sind solche Sharing Button noch viel wichtiger, denn du willst ja, dass Nutzer, die deinen Post gut fanden, ihn auch ihren Freunden zeigen.

Keine Angst. Auch hierfür brauchst du nicht studiert haben. Plugins (z.B. Shariff Wrapper) erledigen das für dich.

Fazit

Na, kribbelt es schon in deinen Fingern und du willst direkt loslegen? Wie du gesehen hast, ist es gar nicht so schwer seine eigene Website zu erstellen. Stelle dich einfach dem digitalen Fünfkampf.

  1. Wähle ein Content-Management-System aus.
  2. Entscheide dich für einen Hosting-Anbieter.
  3. Finde die für dich und dein Unternehmen relevanten Inhalte
  4. Beachte die Designgrundsätze.
  5. Gib Nutzern die Chance deine Inhalte zu teilen.

Fast vergessen: Solange du im Aufbau deiner Website bist, solltest du den Wartungsmodus aktivieren. Das geht ganz einfach mit Hilfe von Plugins.

Wenn du dann fertig bist, schalte deine Seite nur noch live und schon bist du online! Und dann genieße das wunderbare Gefühl deine eigene Website zu haben.

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