So findest du die richtigen Online Marketing Kanäle

Welche Online-Marketing-Kanäle passen zu dir?

Du weißt ganz genau, was du kannst und für wen dein Produkt oder deine Dienstleistung unverzichtbar ist. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kann es so richtig losgehen. Du kannst voll durchstarten.

Aber wo fängst du an?

Es gibt so viele Möglichkeiten im Online Marketing. Stehst du da manchmal auch wie ein Ochs vor dem Berg? Wenn man sich ein bisschen durch Google hangelt sind da drölfzig Best Practices von 20 verschiedenen Kanälen und alle schwören darauf, dass es nur auf genau „ihrem“ Kanal funktioniert. Kennste?

Ich auch!

Dabei ist es doch eigentlich total toll, dass es eine so große Auswahl gibt. Aber da ist es: FOMO – fear of missing. Man hat Angst, dass man etwas verpasst, wenn man auf einem Kanal nicht präsent ist.

Die gute Nachricht ist: Das ist total unbegründet. Du brauchst nicht alle Kanäle, sondern die, die für dich und dein Business funktionieren.

Welche Kanäle funktionieren für mich?

Das ist eine gute Frage, für die ich leider keine Standardantwort habe – außer diese: Es kommt drauf an.

Zuallererst musst du dich mal von dem Druck freimachen, dass du einen Kanal bespielen musst, weil es alle tun. Sprich mir nach: „Ich finde meine eigenen Kanäle!“ Das war schon sehr gut. Jetzt noch einmal etwas lauter, damit du auch die letzten Zweifel vertreibst.

Worüber du dir wirklich Gedanken machen solltest ist, welche Kanäle zu deiner Strategie passen. Ein Hersteller für Kupferrohre hat sicherlich ganz andere Bedürfnisse als ein Smoothie-Startup.

Natürlich kannst du dir jetzt einfach die Kanäle aussuchen, die dir am besten gefallen. Damit wirst du aber in der Regel nicht gewinnen. Wichtig ist, dass deine Zielgruppe den Kanal nutzt und du sie so erreichen kannst. Und du musst einen Mehrwert bieten. Der Nutzer will etwas von deinen Kanälen mitnehmen, was ihn weiterbringt.

Website als Startpunkt

Eine gute und übersichtliche Website ist eine gute Basis für dein Online Marketing. Egal, ob du Produkte oder Dienstleistungen verkaufst, deine Homepage ist „where the magic happens“.  Hier laufen alle Stränge zusammen: Es gibt Infos zu deinem Angebot mit allen Details und natürlich Informationen zu dir und zu deinem Unternehmen.

Seien wir doch mal ehrlich. Wenn wir im Internet etwas suchen, machen wir das meistens über Google. Und Google soll dann unsere Webseite finden. Dabei können wir ihm auf zwei Arten helfen: bezahlt und organisch (also unbezahlt).

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Der Name ist Programm: Bei der Suchmaschinenoptimierung baust du deine Seiten so auf, dass Suchmaschinen (insbesondere Google) deine Inhalte besonders gut crawlen, also einfach gesagt auslesen, können. Es gibt eine Reihe von Qualitätsfaktoren, die Google dabei berücksichtigt. Dazu gehören:

  • SSL-Verschlüsselung
  • URL Struktur
  • Ladezeiten
  • Mobile Optimierung
  • Strukturierter Content
  • Backlinks

Die meisten Faktoren klingen sehr technisch. Google ist aber auch wichtig, dass die Seiten nicht nur für die Suchmaschine gut aussehen, sondern auch beim Nutzer gut ankommen. Das Zauberwort heißt User Experience (UX). Verweildauer und Klickverhalten sind deshalb besonders relevant. Daneben ist aber auch wichtig, dass du die Nutzerintention triffst und sein Problem löst. Und ja, Google ist mittlerweile so intelligent, dass eine Maschine das analysieren kann.

Ist deine Seite in Googles Augen hochwertig genug, wird sie gut gerankt. Das ist auch das Ziel beim SEO: Platz 1 in den organischen Ergebnissen. Wie leicht oder schwer es ist, dahin zu kommen, hängt vor allem vom Keyword und Wettbewerb ab. Beschäftigen sich viele mit deinem Thema, könnte es schwer sein für bestimmte Suchbegriffe ganz oben zu stehen.

Wobei – wenn man ehrlich ist, geht es gar nicht mehr nur um Position 1. Noch spannender KANN die Position 0 sein, die so genannten Featured Snippets. Hier gibt Google die Antworte auf deine Suche schon direkt in den Suchergebnissen. Ohne weiteren Klick hat der Nutzer, was er oder sie braucht.

Featured Snippet zur Anfrage "Hausmittel Erkältung"
Featured Snippet zur Anfrage „Hausmittel Erkältung“

Suchmaschinenwerbung (SEA)

Wenn du schnell ganz oben stehen willst, gibt es aber noch einen weiteren Weg: Du erkaufst dir den Platz an der Sonne. Auch hier spielen Keywords wieder eine wichtige Rolle, denn du musst ja wissen, nach welchen Begriffen deine potentiellen Kunden suchen. Nur weil du dein Produkt zum Beispiel „Wochenplaner“ nennst, heißt es nicht, dass deine Kunden auch diesen Begriff verwenden. Vielleicht suchen sie eher nach „Planer“ oder „Kalender“. Außerdem werden die Suchwörter in den Suchmaschinenergebnissen fett hervorgehoben.

Hast du dein Keyword bzw. deine Keywords gefunden, geht es an die Anzeigenerstellung und die Festlegung des Budgets. Außerdem musst du entscheiden, wie Google deine Anzeige abrechnen soll.

Vielleicht ist dir bei Google schon einmal aufgefallen, dass die bezahlten Anzeigen unterschiedlich dargestellt werden. Google kennt die Suchintention der Nutzer mittlerweile sehr genau und nutzt daher entsprechende Formate. Bevor du deine Kampagne planst, solltest du also am besten mal schauen, welche Art von Anzeigen für deine Keywords ausgespielt wird. Hier siehst du zwei Varianten:

Aber Achtung! Nutzer, die einen AdBlocker verwenden, werden diese Kampagnen nicht sehen können.

Ob jetzt SEO oder SEA wichtiger ist, kann ich pauschal nicht sagen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die im Einzelfall abgewogen werden müssen. Allgemein kann man sagen, dass SEO eher auf den langfristigen und SEA auf den kurzfristigen Erfolg deiner Webseite abzielt. ABER: Sie können sich auch gegenseitig positiv beeinflussen.

Social Media

Auf den sozialen Medien ist heute wohl jeder aktiv. Ich selber checke auch mehrmals am Tag, was auf Facebook, Instagram & Co. passiert. Die heute wichtigsten Kanäle sind

  • Facebook
  • Instagram
  • Pinterest
  • Twitter
  • Snapchat
  • YouTube
  • Xing

Wenn du alle bespielen willst, hast du einiges zu tun! (P.S.: Es gibt einen Grund, warum Unternehmen mittlerweile Social Media Manager einsetzen) Das sollte aber im ersten Schritt gar nicht dein Ziel sein. Fang erst einmal mit einem Kanal an. Welcher das ist, kann ich dir so leider nicht sagen.

Du musst dich fragen, wo deine Zielgruppe ist. Die folgende Grafik aus der ARD/ZDF-Onlinestudien 2017-2018 gibt dir ein paar Anhaltspunkte, wo deine Nutzer aktiv sind.

Anteil der Bevölkerung, die Social Media mindestens wöchentlich nutzt Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudien 2017-2018
Anteil der Bevölkerung, die Social Media mindestens wöchentlich nutzt
Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudien 2017-2018

Bei den jungen Menschen sind es aber laut Internet World Business nur noch 8%, die Facebook täglich nutzen. Andere Kanäle wie Instagram und YouTube nutzen sie deutlich mehr. Vor allem der Messenger (mehr dazu weiter unten) WhatsApp hat bei ihnen eine sehr große Bedeutung. Außerdem verfolgen die Nutzer auf den verschiedenen Kanälen unterschiedliche Absichten (Internet World Business).

Die verschiedenen sozialen Medien haben alle ihre eigenen Regeln und Gesetze. Ich kann nur wärmstens ans Herz legen, dich intensiv mit „deinem“ Kanal auseinanderzusetzen. Fragen wie „Wie oft sollte ich posten?“, „Zu welcher Uhrzeit sollte ich posten?“, „Welches Format funktioniert am besten?“ kannst du nur pro Kanal beantworten. Auch wenn es auf den ersten Blick total kleinlich wirkt, haben diese Kleinigkeiten einen riesigen Einfluss darauf, wie erfolgreich deine Bemühungen werden.

Live gehen als neue Wunderwaffe

Ein Format, das auf Facebook und Instagram im Moment sehr erfolgreich ist, ist das „Live“. Wie der Name schon sagt, sendest du dabei live aus deinem Büro, den Produktionshallen, von Veranstaltungen oder aus deiner Küche. Dabei kannst du deine Nutzer hinter die Kulissen mitnehmen oder ihnen die Top-Features deines neuen Produkts erklären. Die Nutzer können in den Kommentaren Fragen stellen, die du direkt beantworten kannst.

Mit Live-Videos kannst du also die Interaktion deiner Nutzer fördern.

Mit Messenger Marketing die Nutzer direkt ansprechen

Facebook ist derzeit (noch) die größte Plattform. Bei über 1,3 Milliarden aktiven Nutzern jeden Tag kannst du dir sicher vorstellen, wie viele Posts am Tag veröffentlicht werden. Weil du aber ja nicht durch hunderte von Posts durchscrollen willst, entscheidet Facebook welche Beiträge dir überhaupt angezeigt werden.

Wenn du Pech hast, wird dein Post also vielen deiner Fans gar nicht angezeigt. Wobei Pech nicht das richtige Wort ist, denn du kannst viel dafür tun, dass dein Post viele Leute erreicht.

Noch einfacher ist es aber die Nutzer DIREKT anzusprechen. Mit dem Facebook Messenger, aber auch bei WhatsApp oder Threema ist es möglich, deine News direkt auf die Smartphone-Displays deiner Abonnenten zu senden. Genauso kannst du die Messenger aber auch als zusätzliche Kundenservice-Plattform nutzen. Mit diesem Kanal erreichst du junge Leute besonders gut.

Die Klickraten kannst du damit auf bis zu über 90% schrauben! Ein Traum für jeden Online Marketer.

E-Mail-Marketing: Mehr als nur Newsletter

Beim E-Mail-Marketing denkst du wahrscheinlich direkt an Newsletter. Einmal pro Woche bekommst du von deinem Lieblings-Unternehmen eine E-Mail mit den aktuellen News. Aber um ehrlich zu sein (und ich hoffe, ich zerstöre damit keine Illusionen) geht diese E-Mail nicht nur an dich – sondern an eine große Empfängerliste. Auch, wenn du mit deinem Namen angesprochen wirst, ist diese E-Mail nicht nur an dich gerichtet.

Der Newsletter eignet sich um Rabattaktionen zu kommunizieren, News oder Blogbeiträge zu verbreiten, regelmäßige Tipps, Tricks oder Rezepte an den Mann und die Frau zu bringen, und so weiter. Das Besondere am Newsletter ist, dass er regelmäßig (also jede Woche, jeden Monat, usw.) erscheint.

Eine weitere Form des E-Mail-Marketings sind so genannte Trigger-Mails. Hierbei geht es oft bedeutend persönlicher gut: ein individueller Rabatt-Coupon zu deinem Geburtstag, die Bitte um eine Bewertung oder eine Dankesmail nach der Bestellung.

Du hast es vielleicht schon erkannt: Trigger-Mails haben immer einen Anlass. Oft werden die Potentiale solcher Mailings unterschätzt. Fühlt sich der Nutzer aber so wertgeschätzt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er bei dir bleibt. Außerdem kannst du ihm in diesen „schmeichelnden“ Mails immer wieder neue Angebote unterbreiten.

Typische Beispiele für solche Mailings sind:

  • Willkommens-Mail nach der Registrierung
  • Geburtstagsmailings
  • Bestellbestätigungen mit ähnlichen Produkten
  • Bitte um Produktbewertungen / die Bewertung eines Service
  • Erinnerungsmails à la „Sind deine Tintenpatronen schon leer?“ oder „Wir vermissen dich“
Trigger-Mails haben immer einen bestimmten Anlass
Beispiel einer Trigger-Mail
(unkenntlich gemacht)

Mit Podcasts ein Erlebnis für die Ohren schaffen

Eine noch sehr neue Disziplin im Online Marketing ist der Podcast. Podcasts treffen aber sehr genau den Zahn der Zeit und wachsen deshalb stark. Und was ist das eigentlich? Genau! Gute Frage. Im Prinzip ist ein Podcast ein Audio (oder Video) on demand. Du nimmst das, was du zu sagen hast auf und bietest es auf deiner Webseite oder einer anderen Plattform an.

Deine Nutzer können sich das dann anhören (oder ansehen), wann und wo sie wollen. Ich höre Podcasts gerne im Auto – denn in der Zeit kann ich nun einmal nicht lesen. So kann ich aber auch unterwegs noch was lernen.

Affiliate-/ Influencer-Marketing

Einen Kanal, den ich hier nur am Rande erwähnen will, ist das Empfehlungsmarketing über Affiliate-Links oder Influencer. Dabei lässt du dein Produkt oder deine Dienstleistung durch Partner, die du dir einkaufst, auf deren Webseiten, Social Media Kanälen, usw. testen, bewerten oder einfach nur vorstellen.

Solche Werbung muss aber auf jeden Fall auch als solche gekennzeichnet werden.

Fazit

Das war jetzt ganz schön viel auf einmal, oder?

Im Online Marketing fühlt es sich so an als wäre nur „the sky the limit“. Die Webseite mit SEO oder SEA konkurrenzfähig zu machen, die Nutzer in den sozialen Medien zu erreichen, E-Mail zu versenden, mit Podcasts was auf die Löffel zu geben oder sich Partner an Bord holen – bei so vielen Möglichkeiten ist es gar nicht so einfach den Überblick zu behalten.

Um den richtigen Kanal für dich bzw. dein Business zu finden, musst du wissen, wo deine Zielgruppe ist. Wenn du dafür noch kein Gefühl hast, können dir die Nutzerzahlen der verschiedenen Medien helfen – oder du fragst deine Zielgruppe direkt im Rahmen einer Umfrage.

Und wenn du dann deine Kanäle hast, musst du deinen Nutzern „nur“ noch die richtigen Inhalte liefern. Aber dazu kommen wir noch …

Nutzt du schon Online Marketing Kanäle? Schreib mir gerne dazu in den Kommentaren.

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