Redaktionsplanung für Blogs, Social Media, Newsletter, Podcasts, Videos

Redaktionsplan für Blog, Social Media & Co.

Kannst du dich noch erinnern? An die guten alten Zeiten als wir noch nicht mindestens 70% des Tages mit gesenktem Kopf durch die Welt liefen? Als es Google Maps noch maximal auf dem Desktop-PC zuhause gab?

Wenn du Urlaub machen wolltest, musstest du dir vorher einen Plan machen:

  1. Wo bin ich?
  2. Wo will ich hin?
  3. Wie komm ich dahin?

Ohne deine Sammlung auf Straßenkarte und Stadtplan warst du verloren. Verloren im Dschungel der Möglichkeiten: nach rechts oder links? Geradeaus oder zurück?

Mit deinem Blog, deinem Instagram- oder Pinterest-Account willst du auch irgendwohin: zu deinen Kunden. Dabei kannst du auch nach rechts und links, vor und zurück. Gar nicht so leicht, da den richtigen Weg zu finden. Aber auch hier kommst du mit der richtigen Planung im Handumdrehen an dein Ziel. Dafür brauchst du keine Karten oder Stadtpläne, sondern einen Redaktionsplan.

Was ist ein Redaktionsplan?

Ein Redaktionsplan ist der Fahrplan für dein Content-Marketing. Du strukturierst damit die Inhalte aller deiner Kanäle (Blog, Social Media, Newsletter, etc.). Das bedeutet nicht nur deine Texte, sondern auch deine Videos oder Podcasts, deine Interviews und dein eBook.

Dabei kannst du einen Plan für alle Kanäle erstellen oder pro Kanal einen Plan. Solltest du die zweite Variante wählen, musst du aber darauf achten, dass alle Kanäle aufeinander abgestimmt sind.

Egal wie du vorgehst, dein Redaktionsplan braucht folgende Elemente:

  • Veröffentlichungsdatum (und ggf. Deadline für die Erstellung)
  • Arbeitstitel
  • Inhalt – Worum soll es grob gehen?
  • Call-to-Action – Was soll der Nutzer danach tun?
  • Ggf. Format (Text, Video, Bild, Podcast)
  • Bei mehreren Autoren: Verantwortlicher
  • Beim Blog außerdem: Keywords

Wenn es dir schwer fällt deine Zielgruppe im Hinterkopf zu behalten, solltest du außerdem deinen Wunschkunden mit eintragen: Was sind deine Probleme? Wie kannst du ihm konkret helfen? Stell dir deine Persona so genau wie möglich vor.

Damit du bei der Planung nicht den Überblick verlierst, braucht jeder Eintrag außerdem einen aktuellen Status. Wie fein du hier unterscheidest, ist dir überlassen. Mir reicht – frei nach der Kanban-Methode: (Idee –) in Planung – in Arbeit – erledigt.

Warum brauch ich einen Redaktionsplan?

Wenn du das hier liest, produzierst du deine Inhalte wahrscheinlich noch eher aus dem Bauch heraus (oder bist mit deiner jetzigen Methode unzufrieden). Das KANN auch funktionieren.

Man kann ja auch ein Pferd ohne Sattel reiten. Ist halt nur nicht so angenehm.

Wie der Sattel hat auch ein Redaktionsplan entscheidende Vorteile:

  • Du behältst den Überblick: Was habe ich wann veröffentlicht? Welcher Artikel muss bis wann fertig sein? Und hab ich eigentlich schonmal über das Thema XY geschrieben? Auf all diese Fragen gibt dir dein Redaktionsplan Antworten. Wenn du auch deine schon abgearbeiteten Themen in deinem Plan archivierst, vermeidest du Doppelungen und musst nie lange suchen.
  • Dein Blog / Account folgt einer Logik: Deine Leser sollen deine Posts verstehen können? Dann bau sie aufeinander auf. Fang bei den Basics an und arbeite dich langsam zu den Details vor. Damit du nicht von A zu F und zurück zu B springst, hilft eine gute Planung. So verringerst du auch das Risiko, dass deine Besucher dich verlassen, weil sie dich nicht verstehen. Zugegeben, dieser Punkt gilt eher für Blogs als für Social Media.
  • Du behältst deinen Fokus: Es gibt so unendlich viele Themen, über die du gerne bloggen würdest und ich bin mir sicher, dass du die alle einmal abdecken wirst – aber eben der Reihe nach. Wenn dein Content aufeinander aufbauen soll, darfst du dich nicht von den Milliarden Ideen ablenken lassen. Dein Redaktionsplan hilft dir dabei deinen roten Faden immer fest im Blick zu haben.
  • Keine unüberlegten Schnellschüsse mehr: Dreimal die Woche bei Instagram posten, ist eine gute Frequenz. Heute ist Tag 3, aber du hast keine Ahnung, was du posten sollst? Nach einem kurzen und erfolglosen Brainstorming entscheidest du dich für ein Foto von deinem Hund und verbuchst das als persönliche Einblicke. Hin und wieder ist das super. Ständig aus Mangel an Content ein No-Go!
  • Du musst nicht ständig überlegen, worüber du schreiben willst: Jeden zweiten oder dritten Tag oder jede Woche zu überlegen, was man schreiben soll, kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. Ständig hat man diesen Druck im Nacken. „Aber ich muss doch heute noch was posten“. Wenn du dir einen Plan zurechtlegst, fällt das weg, weil du dich nur an deinen geplanten Posts entlanghangeln musst.
  • Du beugst Schreibblockaden vor: Ein völlig leeres Dokument und eine Deadline, die immer näher kommt. Aber dein Gehirn ist mindestens so leer wie das (virtuelle) weiße Blatt vor dir. Mich blockieren weiße Seiten öfter mal. Damit das gar nicht passiert, hab ich meinen Redaktionsplan. So kann ich wenigstens schonmal den Titel hinschreiben und mit der Recherche beginnen. Dann schreiben sich die Texte meist wie von selbst.
  • Du kannst eine Regelmäßigkeit aufrechterhalten: Egal, ob Blog oder Social Media – Regelmäßigkeit tut gut. Erstens lieben Google, Instagram, Pinterest & Co. es, wenn immer neuer Content kommt und zweitens wollen auch deine Besucher immer wieder Neues von dir sehen. Sonst werden sie schnell nicht mehr wiederkommen. Wenn du deine Inhalte planst, weißt du genau, bis wann was fertig sein musst und kannst die Content-Erstellung entsprechend in deine To-Dos einklinken.
  • Du greifst saisonale Anlässe auf: Jetzt wolltest du was über den Start in die Hochzeitssaison posten, aber es ist schon August? Du bist spät dran! Zu spät. Damit dir das nicht wieder passiert, musst du dir frühzeitig Gedanken über besondere Anlässe machen und sie mit in deine Planung einfließen lassen. So kannst du rechtzeitig mit den Vorbereitungen (z.B. Blogpost vorbereiten, Videos drehen) anfangen. Übrigens: Ostern und Weihnachten sind auch bald wieder dran! Diese Feiertage kommen ja immer sehr unerwartet.
  • Du kannst vorplanen: Unter der Woche ist es immer stressig? Oder du willst endlich mal wieder zwei Wochen in den Urlaub? Aber was ist mit deinem Blog und deinen Social Media Kanälen? Willst du dir den Stress wirklich (auch noch) antun? Wenn du schon weißt, worüber du in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten schreiben willst, kannst du die Posts schon früh vorbereiten und einplanen. Das gilt sowohl für deinen Blog als auch für deine Social Media Kanäle.

Ja, aber…kein Aber! Nein, du büßt damit keine Flexibilität ein (dein Plan ist nicht in Stein gemeißelt) und nein, das kostet nicht elendig viel Zeit. Sobald du im Flow bist und dich an die Planung gewöhnt hast, läuft alles fast von alleine.

Dein Content wird damit auf eine ganz neue Stufe gehoben. (Hörst du auch schon die Engel, die zu deinen Ehren singen?)

Wie erstelle ich einen Redaktionsplan?

Einen Redaktionsplan zu erstellen ist kein Hexenwerk. Was alles reingehört, haben wir ja schon geklärt. Es gibt allerdings zirka drölfzig Möglichkeiten deinen Redaktionsplan anzulegen, die alle ihre Berechtigung haben.

Wie so oft musst du deine Methode finden, mit der du dich am wohlsten fühlst. Verzweifle also nicht, wenn dein erster Versuch noch nicht zu 100% erfolgreich ist.

Welche Tools kann ich nutzen?

Ich möchte dir vier verschiedene Tools vorstellen, mit denen du deinen Content planen kannst.

Offline-Planer / Kalender

Fangen wir ganz einfach und old-school an. Du nimmst dir einen Kalender und füllst den händisch aus. Ob du dabei einen Buchkalender, einen Taschenkalender oder einen Wandkalender nimmst, ist ganz egal. Ich hab mir ganz am Anfang immer schöne Kalender-Vorlagen von Canva heruntergeladen und da alles eingetragen.

Für einen Redaktionsplan reicht schon ein einfacher Kalender
Für einen Redaktionsplan reicht schon ein einfacher Kalender

Wenn es dir wichtig ist, dass du mit Papier arbeitest und einfach etwas zum Anfassen haben möchtest, fährst du mit dieser Methode ziemlich gut.

VorteileNachteile
EinfachNicht immer dabei
Zum anfassenWenig flexibel (ausradieren + neu schreiben)
Alle Kanäle auf einen BlickWird schnell unübersichtlich
Bei mehreren Personen wird es schwierig

Excel-Datei

Mit Variante zwei werden wir digital. Du legst dir einfach eine Excel-Tabelle an. Das Schöne ist: Dafür gibt es mittlerweile tolle Vorlagen, die dich direkt auf wichtige und kuriose „Feiertage“ hinweisen. Oder wusstest du schon, wann Jogginghosentag ist? Eine dieser Vorlagen findest du bei Sinnwert.

Redaktionsplanung mit Excel
In Excel hast du alle Kanäle auf einen Blick

Du hast hier die Möglichkeit sowohl deine Inhalte, als auch die Verbreitung (Blog, Social Media, Newsletter,…) an einem zentralen Ort zu planen.

In diesem Beispiel sind alle Monate in einem großen Tabellenblatt. Du kannst dir aber auch für jeden Monat ein eigenes Blatt anlegen. Was hier auf jeden Fall noch fehlt, ist der aktuelle Status, aber selbst das ist in den meisten Vorlagen schon picobello fertig.

Vorteile Nachteile
FlexibelDurch die vielen Spalten kann die Übersichtlichkeit leiden
Alle Kanäle auf einen BlickNicht immer verfügbar (es liegt ja auf deinem PC)
Mehrere Personen können daran arbeiten (wenn alle auf den Ordner Zugriff haben)Keine Kalenderfunktion

Google Docs

Google Docs ist im Prinzip dasselbe wie Excel – nur eben in einer Cloud. Damit ist dein Redaktionsplan nicht mehr nur lokal auf deinem PC, sondern du kannst von überall darauf zugreifen.

Vorteile Nachteile
FlexibelDurch die vielen Spalten kann die Übersichtlichkeit leiden
Alle Kanäle auf einen BlickKeine Kalenderfunktion
Mehrere Personen können daran arbeiten  
Immer verfügbar (es sein denn, du hast kein Internet)  

Trello

Die vierte Option ist ein Projektmanagement-Tool. Mein Herz schlägt für Trello: Es ist kostenlos, übersichtlich, leicht zu verstehen und einfach superpraktisch!

Im ersten Schritt meldest du dich an. Wenn du dann auf dein Dashboard kommst, kannst du deine Boards anlegen. Ich empfehle dir, für jeden Kanal ein eigenes Board anzulegen. Bei mir gibt es z.B.: Blog, Newsletter, Instagram, Pinterest und ganz neu sogar meine Tagesplanung.

Auf den einzelnen Boards kannst du dann Listen (=Oberkategorien) erstellen. Je nach Kanal können die ganz unterschiedlich sein. Bei Instagram kann es sinnvoll sein, Tage oder Monate als Oberkategorie zu wählen. Bei einem Blog solltest du vielleicht eher nach der Kanban-Methode (Geplant – in Produktion – erledigt) anordnen. Das kann dann so aussehen, wie im Beispiel unten. So sieht der Plan für meinen Blog aus. Neben den schon geplanten Artikeln sammle ich hier auch alle meine Ideen – geordnet nach Themengebiet.

Redaktionplanung mit Trello
In Trello kannst du nach der Kanban-Methode arbeiten

Die Listen füllst du dann mit Karten. Was genau die Karten sind, hängt natürlich von den Listen ab. Jede Karte kannst du mit einem Label (z.B. für verschiedene Content-Kategorien) und einer Deadline versehen. Wenn du das Kalender-Power-Up aktivierst, siehst du sogar auf einen Blick, wann was fällig ist.

Um dir die Arbeit zu erleichtern, kannst du die einzelnen Karten ganz einfach per Drag and Drop verschieben. Fängst du mit einem neuen Artikel an, ziehst du ihn einfach in die nächste Liste rüber. Willst du deine „Geplant“-Liste wieder auffüllen, ziehst du einfach passende Ideen rüber.

Die verschiedenen Themenbereiche kannst du dann durch Label auch weiter kennzeichnen, um deine Planung so noch übersichtlicher zu machen.

VorteileNachteile
Flexibel (du kannst einfach alles hin- und herschieben)Nicht alle Kanäle auf einen Blick
Einfach  
Übersichtlich  
Mehrere Personen können daran arbeiten  
Kalenderfunktion möglich (Power-Up)  

Ich selbst habe mit einem gedruckten Kalender angefangen, bin dann weiter zu Excel und jetzt zu Trello angekommen. Da werde ich auch erst einmal bleiben, denn mir gefällt die Planung da sehr gut.

Wie weit im Voraus sollte ich planen?

Du musst bei der Planung den Königsweg finden zwischen „ich plane schon die nächsten fünf Jahre vor und hab gar keine Zeit mehr den Content überhaupt noch zu erstellen“ und „oh, Planung bedeutet nicht, dass ich mir heute schon Gedanken über morgen mache?“.

Eine definitive Antwort kann ich dir hier gar nicht geben. Meine Empfehlung sind ein bis drei Monate. Das hängt aber auch ganz davon ab, wie oft du bloggst bzw. postest. Veröffentlichst du einen Blogpost pro Monat, ist dir mir der monatlichen Planung nicht wirklich geholfen. Bloggst du jede Woche, hast du mit einem Monat schon einiges abgedeckt. Ich empfehle beim Blog aber etwas großzügiger zu planen.

Bei Instagram und Pinterest reicht (auch bei vielen Posts) meiner Meinung nach ein Monat im Voraus. Wenn du gerade im Flow bist, kannst aber auch hier länger planen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Content einfach irgendwie nicht mehr passte, wenn ich ihn schon so weit in die Zukunft geplant hatte. Irgendwas hat sich immer geändert.

Statt der genauen Planung habe ich mir Ideen-Listen angelegt. Da trage ich alles ein, was mir einfällt und lass es bis zur nächsten Planungsphase liegen. Lese ich zum Beispiel in einer Facebook-Gruppe eine Frage, die viele zu beschäftigen scheint, kommt das Thema auf meine Liste.

Manches davon nutze ich wahrscheinlich nie, aber im Notfall kann ich darauf zurückgreifen. In meinen Planungsphasen ordne ich die Themen, die mir am passendsten erscheinen, dann in den richtigen Plan ein.

Fazit

Ich glaub du hast es schon gemerkt: Ich bin ein absoluter Redaktionsplans-Fanatiker! Ich freue mich immer schon darauf, wenn ich endlich wieder planen darf und kann es dann gar nicht mehr abwarten bis ich den ganzen Content endlich umsetzen darf.

Auch wenn du bisher kein großer Planungs-Freund warst, empfehle ich dir dringend wenigstens eine große Redaktionsplanung zu machen. Damit sparst du dir Zeit und Nerven und produzierst Inhalte, die noch besser sind.

Redaktionsplanung klingt vielleicht als müsste dein Hirn hier zur Höchstform auflaufen, aber das musst du nicht. Probiere einfach die verschiedenen Varianten aus und entscheide, welche am besten zu dir passt.

Ich nehme mir einmal im Monat Zeit meinen Redaktionsplan wieder mit neuen Ideen zu aktualisieren. Aber auch dazwischen arbeite ich viel damit, um die einzelnen Karten immer wieder zu verschieben. Das Verschieben ist dabei zur Ersatz-Droge für das To-Dos abhaken geworden. Du fühlst da diesen ganz besonderen Stolz, wenn du siehst, was du schon alles erreicht hast.


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2 Gedanken zu „Redaktionsplan für Blog, Social Media & Co.

  1. Danke für den Anstoß! Habe mich immer vor Planung gewehrt, aber ich merke, dass ich aus dem Alltag heraus wenig Inspo für Content ziehen kann. Wird wohl Zeit für (m)einen Redaktionsplan 🙂

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