Zeitmanagement Social Media

Zeitmanagement in Social Media – So geht’s ohne Stress & Überforderung

Wer sagt, er kennt das nicht, lügt: Da wolltest du nur kurz die Uhrzeit auf dem Smartphone checken und siehst die Push-Nachricht: Instagram. Naja okay, kurz gucken kann ich ja mal eben. Zack, bist du eingesogen in Social Media. Als du es da endlich wieder rausschaffst, ist es eine Stunde später.

Was hast du in der Zeit gemacht? Vermutlich nur rumgescrollt. Die Zeit hättest du definitiv besser nutzen können.

Das ist aber noch nicht das einzige Problem mit diesen verflixten sozialen Medien. Ständig muss man posten, auf Kommentare antworten, einfach da sein. Wo ist mein (und dein) schöner Feierabend hin?

Das Fazit: Social Media nervt einfach nur!

Jetzt kommt aber die gute Nachricht. Das geht auch anders. Damit du nicht in den Sog aus Social Media-Stress und Überforderung gerätst, brauchst du ein paar gute Strategien, Zeitmanagement-Strategien.

1. Lege feste Zeiten für Social Media fest

Abends auf dem Sofa noch eben schnell den einen Kommentar beantworten? Nein. Feierabend ist Feierabend.

Lege deshalb für dein Community-Management feste Zeiten fest, Arbeitszeiten sozusagen. In dieser Zeit (und nur dann) beantwortest du alle Nachrichten und Kommentare, likest und kommentierst bei anderen und bist aktiv. Dafür reicht schon eine halbe Stunde morgens und abends aus.

Am besten suchst du dir dafür die Zeiten aus, in denen auch das Community aktiv ist. Dafür musst du nur mal in deine Insights gucken.

Instagram Insights helfen dir den richtigen Zeitpunkt zu finden und helfen so beim Zeitmanagement
Insights (hier Instagram) zeigen dir, wann deine Community online ist

Um deine Zeit effektiv zu nutzen, solltest du sie priorisieren. Was ist wichtiger, deine bestehenden Follower oder neue zu akquirieren? Welche Accounts sind besonders wichtig, weil sie deine Wunschkunden sind oder strategisch wertvoll? Du startest natürlich mit der höchsten Priorität. Wenn dann noch Zeit ist, kommt der Rest.

Natürlich darfst du dir auch mal Zeit nehmen, um ein bisschen rumzuscrollen und dich inspirieren zu lassen. Achte dabei aber darauf, dass du dir eine Maximalzeit festlegst (z.B. 2 Stunden pro Woche). Wenn es dir schwerfällt, dich daran zu halten, plane diese Zeiten fest in deine Woche ein und stell dir einen Timer.

Auch der Timer klappt nicht? Dann hilft nur noch eins: Leg dir ein zweites Handy zu, das nur für dein Business gedacht ist. Dieses Handy hat dann auf dem Sofa nichts zu suchen (außer du arbeitest da während deiner Arbeitszeiten mal).

2. Bespiele nur so viele Kanäle wie du kannst

Du willst auf allen Social Media Kanälen aktiv sein, die ansatzweise interessant für dein Business sein könnten? Viel Erfolg dabei. Bevor du anfängst, solltest du dir aber jemanden suchen, der dir mehr als 24 Stunden pro Tag verschafft.

Spaß beiseite. Natürlich gibt es Wege viele Plattformen zu bespielen. Eins der Zauberwörter heißt da Crossposting. Dabei veröffentlichst du den gleichen Content zur gleichen Zeit auf verschiedenen Kanälen. Das spart einiges an Zeit.

Es kostet dich aber auch was: Jede Plattform hat ihre Eigenheiten was Bildgröße, Textart, usw. angeht. Bläst du nur einen standardisierten Post raus, verschenkst du das Potential der einzelnen Kanäle.

Konzentriere dich deshalb lieber auf ein bis zwei Hauptkanäle. Die sollten natürlich auch 100% zu deinem Business bzw. zu deinen Zielen passen. Auf diesen Kanälen postest du exklusiven, auf die Plattform zugeschusterten Content. Die Message bleibt dabei immer dieselbe, aber die Aufbereitung ist eine andere. Das nennt sich dann Crosspromotion.

3. Nutze Content-Kategorien und wiederkehrende Formate

Dir immer wieder neu Gedanken darüber zu machen, welche Inhalte deine Zielgruppe interessieren könnten, kostet ziemlich viel Zeit. Viel sinnvoller ist es da dir feste Kategorien zu überlegen, die du immer wieder bespielen kannst.

Ich empfehle dir 4-5 Kategorien festzulegen. Das können z.B. sein:

  • Instagram-Tipps
  • Zeitmanagement-Tipps
  • Motivation
  • Kundenfeedback
  • Persönliches
  • Behind the scenes

Wiederkehrende Formate gehen in die gleiche Richtung. Beispiele dafür wären: Zitat der Woche, Motivation Monday, Fakten-Freitag, usw. Mit ein bisschen Kreativität erschaffst du hier deine eigenen Motto-Tage.

Diese feste Struktur hilft dir beim Brainstorming für deine Inhalte und lenkt es in die richtige Richtung.

4. Erstelle dir einen Redaktionsplan

Deine Content-Kategorien bringen dir natürlich noch nicht so viel, wenn du sie nicht mit Inhalten füllst. Du kannst dir jetzt jeden Tag (oder jeden 2., 3., 4. Tag) überlegen, was du posten willst. Viel effektiver ist es aber, wenn du nur deine Ideen abarbeiten musst.

Dafür solltest du dir einen Redaktionsplan anlegen. Warum das so wichtig ist und wie du das machst, erfährst du in meinem Blogpost zum Redaktionsplan.

5. Recycle deinen Content

Du musst für deine Social Media Posts keinen Content erfinden, den es vorher noch nie gegeben hat. Wie wäre es, wenn du einfach mal deine Blogposts nutzt?

Der Content ist ja eh da – du musst ihn nur noch in ein schönes Design bringen.

Nehmen wir mal an, dass du einen Blogpost geschrieben hast, in dem du zehn Tipps für schnelleres Aufräumen gibst. Wenn du jetzt jede Woche einen Tipp davon bei Instagram und/oder Facebook teilst, hast du aus diesem Blogpost schon Content für zehn Wochen geschaffen.

Selbst, wenn du für diesen selbst auch Blogpost Werbung machst, werden ihn nicht alle gelesen haben. Deshalb brauchst du keine Angst haben, dass du deine Follower langweilst.

Ebenso kannst du übrigens durch deine alten Social Media Posts gehen und die, die besonders gut angekommen sind, nochmal neu auflegen: etwas neues Design hier, ein neuer Text da – fertig ist der Post.

Auch hier wird ein Großteil deiner Follower nicht wissen, dass du dazu schon mal was gemacht hast: Erstens bekommst du immer neue Follower und zweitens sehen sie jeden Tag so viel Content, dass sie ruckzuck wieder vergessen, was von wem kommt.

6. Automatisiere deine Social Media Posts

Selbst wenn du alles gut vorplanst, musst du immer noch ständig bei Instagram & Co. online sein, um deine Posts zu schreiben und zu veröffentlichen. Urlaub kennen die sozialen Medien übrigens auch nicht. Kannst du dir vorstellen, was in zwei Wochen Asien-Urlaub mit deiner Reichweite passiert?

Ich sag mal so: Baby, are you down down down down down…

Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Planungs-Tools. Darin kannst du deine Posts ganz einfach vorbereiten und festlegen, wann sie ausgespielt werden sollen. Dann musst du nichts weiter machen, gepostet wird ganz automatisch.

Ich automatisiere meine Posts für Instagram und Pinterest. Für Instagram nutze ich dabei Later (in der Basis-Version kostenlos) und für Pinterest Tailwind (in der Basis-Version ebenfalls kostenlos, kommt da aber schnell an seine Maximalkontingent).

So kannst du z.B. jeden Sonntag alle Posts für eine Woche (oder sogar für einen ganzen Monat) einplanen und kannst dich – zumindest was Posten angeht – erst einmal zurücklehnen.

7. Nutze Batching

Kennst du auch jemanden, der jeden Sonntag sein Essen für die ganze Woche vorkocht?

Das hat einen riesigen Vorteil: Deine Küche verwandelt sich nur einmal pro Woche in dein Schlachtfeld. Statt also jeden Tag Schneidebrett, Messe & rauszuholen und nach dem Essen wieder sauberzumachen, machst du das alles im wahrsten Sinne des Wortes in einem Abwasch.

Du fragst dich, was das mit Social Media zu tun hat?

Auch da solltest du gleiche Arbeiten bündeln. Statt jedes Mal für ein Foto die Kamera rauszukramen, machst du immer direkt ein kleines Shooting draus. Bei Flatlays kannst du die Accessoires ein bisschen variieren, bei Menschen immer wieder die Perspektive wechseln. So hast du auf einen Schlag gleich mehrere Fotos für deine Social Media Accounts.

Das Tolle daran: Alle wurden bei gleichen Lichtverhältnissen geschossen und haben so eine ähnliche Stimmung. Da kannst du dir ein bisschen Bildbearbeitung sparen.

Dieses Prinzip solltest du bei möglichst allen deinen Aufgaben anwenden. Ich geb dir mal einen kleinen Einblick wie ich meine Social Media Posts einplane:

  1. Fotos machen (mind. 5)
  2. Alle Grafiken für mind. eine Woche erstellen
  3. Alle Texte für meine Posts schreiben
  4. Alle Posts einplanen

Ist fast wie so ein kleines Fließband: Die Posts werden immer eine Station weitergegeben.

8. Leg dir Hashtag-Listen an

Hashtags sind fast nur auf Instagram wichtig. Deshalb kannst du diesen Tipp für alle anderen Plattformen überspringen.

Auf Instagram kannst du zu jedem Post bis zu 30 Hashtags hinzufügen. Um eine hohe Reichweite zu erzielen, kann es sinnvoll diese auch größtenteils zu nutzen. Meine Posts haben z.B. meist zwischen 15 und 20 Hashtags.

Dabei kommt es auch auf die richtige Mischung aus großen und kleinen Hashtags an.

Wenn du da jedes Mal neu recherchieren willst, bist du ganz schön lange am Suchen. Wirklich zufriedenstellend ist das meistens nicht.

Deshalb mein Tipp: Leg dir eine Excel-Datei an, in der du alle für dich wichtigen Hashtags sammelst. Du kannst sie hier auch direkt nach deinen Content-Kategorien ordnen. Außerdem solltest du dir regelmäßig die Mühe machen zu gucken, wie groß die Hashtags sind, damit du eine gute Mischung aus Hashtags mit vielen und mit weniger Posts bekommst.

Wenn du jetzt deine Posts planst, musst du die Hashtags nur noch mit Copy & Paste einfügen. Alternativ hast du auch die Möglichkeit Hashtag-Sets in den Scheduling Tools zu hinterlegen. Dafür packst du einfach kleine Pakete aus (in meinem Fall) 15-20 Hashtags und nutzt die immer wieder.

Vergiss aber nicht die Liste regelmäßig zu aktualisieren: Gibt es neue Hashtags? Sind welche zu groß geworden? Gibt es gerade Trends?

9. Schalte deine Push-Benachrichtigungen aus

Du bist gerade voll im Flow und schaffst richtig was. Doch dann leuchtet das Handy auf. Jemand hat deinen Post geliked. Einfach wegswipen wäre die richtige Reaktion, aber was machst du? „Nur eben schnell gucken“…

Selbst, wenn du nicht bei Facebook oder Instagram reinschaust, so ist trotzdem dein Workflow unterbrochen. Schalte deshalb am besten alle (und besonders die Social Media) Push-Nachrichten aus.

Ich weiß, wovon ich spreche. Seit ich meine Benachrichtigungen ausgeschaltet habe, guck ich vielleicht 1/10 so oft bei Instagram rein wie vorher. Außerdem hilft es dabei sich an die festen Zeiten zu halten. Meine Reichweite oder die Aktivität meiner Community haben darunter übrigens nicht gelitten.

Also: Die Zeit, in der du nicht aktiv für Social Media arbeitest, ist ab sofort Social Media-freie Zeit.

10. Arbeite mit einer Virtuellen Assistentin / Freelancern zusammen

Wenn Social Media dir nicht so liegt oder du einfach keine Zeit hast, deine Accounts zu bespielen, kannst du dir auch Unterstützung ins Boot holen.

Virtuelle Assistentinnen und Freelancer nehmen dir gerne die gesamte Arbeit – oder Teile davon – ab.

Du bist grausam im Grafiken erstellen, brauchst ewig und dann sehen sie nicht mal besonders aus? Dann lass sie doch einfach von einem Profi erstellen. Auf Dauer wird es sich lohnen, die gewonnene Zeit zu nutzen, mehr Umsatz zu machen.

Was du dabei aber immer im Hinterkopf haben solltest: Authentizität ist ein großes Thema in den sozialen Medien. Lässt du für dich texten, ist es vermutlich nicht mehr (nur) deine Stimme, die zu deinen Followern spricht. Wenn das für dich okay ist und du dich dafür in den Storys zeigst, kann das mit der Echtheit aber trotzdem funktionieren.

Fazit

Social Media müssen kein Zeitfresser sein. Du kennst jetzt zehn Strategien, um deine Zeit in den sozialen Netzwerken effektiv zu nutzen und mit einem geringen Stundeneinsatz das Maximum auf deinen Kanälen rauszuholen.

Alles, was du dafür tun musst, ist umzudenken und deinen Workflow anzupassen.

Dann hast du auch endlich wieder Zeit dich um die wirklich wichtigen Dinge für dein Business zu kümmern.

4 Gedanken zu „Zeitmanagement in Social Media – So geht’s ohne Stress & Überforderung

  1. Vielen Dank, eigentlich habe ich vieles davon schon mal gehört/gelesen aber es ist 1) super zusammengefasst und 2) ist es mal gut bewusst wieder daran erinnert zu werden! Danke!!

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